Ein schönes Frühstück, Parfüm, Pralinen – es gibt viele Dinge, die Müttern an ihrem Ehrentag Freude machen. Aber eins ist der Klassiker: Blumen. Was sind die aktuellen Trends bei Sträußen, Gestecken und Co.? Wir haben Floristen-Azubis gefragt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Schon im Flur vor dem Klassenzimmer der Floristen-Auszubildenden in Kempten duftet es nach Schnittblumen. Drinnen leuchten unzählige Blüten in allen Farben, und die Auszubildenden im dritten Lehrjahr arbeiten an den Sträußen und Gestecken für den Muttertag. Es darf ruhig ausgefallen sein – ein klassischer Strauß ist den meisten zu wenig einfallsreich.

Wiederverwendbares für Blumengestecke

Jessi Schaidnagel schneidet Efeublätter und rosa Rosen zurecht. Sie steckt sie in mit Filz ummantelte Ananasdosen. Die 22-Jährige verwendet gern Dinge, die zuhause übrig sind, für ihre Gestecke. Auch ihre Mitschülerin Sandy Röck hatte beim Behälter eine besondere Idee: Sie steckt die Blumen in ein Teeservice, von dem die beschenkte Mutter noch etwas hat, wenn die Blumen verwelkt sind.

Jessi und Sandy verwenden grünen Steckschaum, um den Blumen in den Gefäßen Halt zu geben. Der grüne, feste Schaumstoff versorgt die Blumen wie ein vollgesogener Schwamm mit Wasser und ist sehr beliebt. Der Nachteil sei aber, erklärt Berufsschullehrerin Andrea Tonak, dass er zu neunzig Prozent aus Erdöl bestehe und dadurch Umweltverschmutzungen durch Mikroplastik verursache. Deshalb suche man – bei Gestecken, die es zulassen – nach Alternativen.

Aluminiumgeflecht als Alternative

Eine Möglichkeit, auf Steckschaum zu verzichten: Theresa Jahn zum Beispiel knüllt Aluminiumdraht zusammen, bis ein wild verworrenes Geflecht entsteht. Dann steckt sie es in einen herzförmigen Behälter, gießt Wasser dazu und steckt die Blumen so zwischen die Drähte, dass alles gut hält. Wo der bunt glänzende Draht sichtbar bleibt, gibt er dem Gesteck ein hochwertiges Aussehen. Die 19-jährige angehende Floristin sagt: „Wenn die Blumen verblüht sind, kann man den Aluminiumdraht wieder verwenden. Ich persönlich, ich mag so alternative Sachen immer gern, weil das nochmal andere Möglichkeiten gibt.“

Geflexte Rosen sind ein Trend

Jessi Schaidnagel gibt sich mit einer cremefarbenen Rose mit roten Blütenrändern besonders viel Mühe. Jedes Blütenblatt bringt sie mit viel Fingerspitzengefühl in die richtige Form: Sie biegt die empfindlichen Blätter nach außen auf, damit die Rose aussieht, als wäre sie schon aufgeblüht. „Sie ist dann noch viel präsenter und größer. Das ist jetzt grad Trend überall“, sagt sie. Das Aufbiegen der Rosenblätter wird auch flexen genannt.

Wichtig ist allen sieben Floristen-Auszubildenden der Berufsschulklasse, dass das Gesteck oder der Strauß zu der Beschenkten passt. Jessi Schaidnagels Mutter ist beispielsweise sehr heimatverbunden, deshalb legt sie die Platte mit den drei dekorierten Ananasdosen mit Allgäuer Heu aus. Wenn die Blumen den Geschmack der Mutter treffen, dann kommt eine ganz besondere Botschaft zum Ausdruck, sagt Theresa Jahn: „Man sagt mit Blumen einfach, was man vielleicht nicht mit Worten ausdrücken kann.“

Blumen bis zum Verschenken ins Kühle stellen

Damit die Blumen am Muttertag noch frisch sind, haben die Floristen-Azubis einen Tipp: Am besten werden sie – wie in Blumengeschäften im Kühlhaus – an einem kühlen Ort gelagert. Dazu eignen sich beispielsweise der Keller oder die Garage oder – wer dort genug Platz hat – der Kühlschrank.